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Hunde von Riga – Thriller

Hunde von Riga

Kriminalroman

Henning Mankell

dtv Verlagsgesellschaft, 2000 · Taschenbuch, 352 Seiten · ISBN 3-423-20294-7

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Worum es geht

Ein verlassenes Rettungsboot mit zwei Leichen strandet an der schwedischen Küste. Der Auftakt zu Kurt Wallanders zweitem Fall. Die Toten stammen aus Lettland, und die Spur führt den mürrischen Kommissar aus Ystad tief in das postkommunistische Osteuropa der frühen 1990er Jahre. Dort stößt er auf ein Netz aus Korruption, Drogenhandel und politischer Verstrickung – das selbst seine gewohnte Skepsis übersteigt. Während Wallander zwischen misstrauischen Behörden und undurchsichtigen Machenschaften laviert, wird aus dem Routinefall ein Kampf um Gerechtigkeit. Dieser bringt ihn an die Grenzen seiner körperlichen und moralischen Belastbarkeit.

Aufbau und Stil

Mankell erzählt den Fall in klaren, schnörkellosen Sätzen. Sie spiegeln Wallanders nüchterne Ermittlerperspektive. Die Handlung ist linear aufgebaut. Die Spannung entsteht weniger durch überraschende Wendungen als durch die schrittweise Enthüllung eines Systems. Dieses verweigert sich jeder einfachen Lösung. Der Ton bleibt sachlich, fast melancholisch, mit gelegentlichen trockenen Humoreinschüben. Sie unterstreichen Wallanders menschliche Schwächen. Osteuropa wird nicht als exotische Kulisse inszeniert. Es ist ein Ort, an dem die Schatten der Vergangenheit die Gegenwart vergiften.

Für wen

Hunde von Riga ist ideal für Leserinnen und Leser, die Krimis mit politischem Tiefgang schätzen. Das gilt jenseits von reiner Action oder psychologischer Spielerei. Wer Wallanders grüblerische Art und seine Abneigung gegen oberflächliche Lösungen mag, findet hier einen typischen Vertreter des nordischen Noir. Auch wer sich für die Umbrüche in Osteuropa nach 1990 interessiert, wird die atmosphärisch dichte Milieustudie zu schätzen wissen.

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