Belletristik: Familienroman/Gesellschaftskritik
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Worum es geht
Harriet und David träumen von einer großen, harmonischen Familie und schaffen sich ein scheinbar perfektes Zuhause. Mit jedem Kind wächst ihr Glück, bis das fünfte Kind, Ben, zur Welt kommt. Von Anfang an ist er anders. Unruhig, aggressiv, fast unmenschlich in seiner Wildheit. Die Idylle zerbricht, als Ben die Familie mit seiner unberechenbaren Gewalt konfrontiert. Doris Lessing erzählt eine düstere Parabel über die Abgründe der menschlichen Natur und die Grenzen bedingungsloser Liebe.
Aufbau und Stil
Der Roman ist straff und linear erzählt, fast wie ein modernes Märchen. Lessing verzichtet auf Ausschweifungen. Ihre Sprache ist klar und direkt, doch voller unterschwelliger Spannung. Die Handlung konzentriert sich auf die Familie und ihre zunehmende Isolation. Ben rückt als unheimliche, fast mythische Bedrohung ins Zentrum. Der Ton bleibt sachlich. Die beklemmende Atmosphäre entsteht gerade durch das, was unausgesprochen bleibt.
Für wen
Das fünfte Kind
spricht Leserinnen und Leser an, die psychologisch dichte Familiengeschichten mögen – besonders solche, die ins Unheimliche kippen. Wer sich für die dunklen Seiten von Elternschaft und menschlicher Bindung interessiert, findet hier eine schonungslose, aber fesselnde Lektüre. Auch Fans von Lessings früherem Werk Das goldene Notizbuch
werden die thematische Tiefe wiedererkennen.
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