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Das Glasperlenspiel – Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften

Das Glasperlenspiel

Utopischer Bildungsroman

Hermann Hesse

Suhrkamp, 1972 · Taschenbuch, 615 Seiten · ISBN 3-518-36579-7

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Worum es geht

Hermann Hesse entwirft mit Kastalien eine Provinz der Zukunft, in der Bildung, Ordnung und Vernunft über allem stehen. Im Zentrum steht das Glasperlenspiel, eine hochentwickelte Zeichensprache, die Musik, Mathematik und die verschiedensten Wissensgebiete miteinander verbindet und so das aufhebt, was Fachrichtungen sonst voneinander trennt. Erzählt wird die Lebensgeschichte von Josef Knecht, der zum Meister dieses Spiels aufsteigt und schließlich zum höchsten Amt innerhalb des Ordens gelangt. Gerade als Kenner der Institution erkennt Knecht, wie sehr Kastalien in Erstarrung, Regelgläubigkeit und Selbstbezogenheit zu versinken droht, und zieht daraus für sich persönliche Konsequenzen. So wird aus einer utopischen Ordnungsidee am Ende die sehr menschliche Geschichte eines Mannes, der Verantwortung übernimmt und seinen eigenen Weg sucht.

Aufbau und Stil

Der Roman gibt sich als Lebensbeschreibung aus, verfasst von einem fiktiven Chronisten, der Knechts Werdegang nachzeichnet und dabei auch dessen eigene Schriften einbindet. Neben der biographischen Erzählung stehen Gedichte und kleinere erzählerische Texte aus Knechts Feder, die noch einmal andere Facetten seines Denkens zeigen. Die Sprache ist ruhig, klar und von großer gedanklicher Genauigkeit, ganz im Sinne der kastalischen Kultur, die sie beschreibt. Zeitlich bewegt sich das Buch zwischen einer angedeuteten Gegenwart des 20. Jahrhunderts und einer weit in der Zukunft angesiedelten Ordensgesellschaft.

Für wen

Besonders geeignet ist der Roman für Leserinnen und Leser, die sich für Bildung, Philosophie und die Verbindung von Kunst und Wissenschaft interessieren. Wer sich auf einen ruhigen, gedankenreichen Erzählstil einlässt und keine schnelle Handlung erwartet, findet hier viel Stoff zum Nachdenken über Institutionen, Verantwortung und den Sinn des eigenen Wirkens.

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