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Andorra – Stück in zwölf Bildern

Andorra

Drama

Max Frisch

Suhrkamp, 1975 · Taschenbuch, 129 Seiten · ISBN 3-518-36777-3

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Worum es geht

Andorra erzählt von Andri, einem jungen Mann, der in einem fiktiven Kleinstaat aufwächst und dort als sogenannter Judenjunge gilt, obwohl das gar nicht stimmt. Die Menschen um ihn herum projizieren ihre Vorurteile so beharrlich auf ihn, dass Andri diese Fremdzuschreibung nach und nach als eigene Identität übernimmt. Max Frisch entwickelt daraus ein Modell dafür, wie gesellschaftliche Denkbilder einen Menschen formen und am Ende zerstören können. Im Zentrum steht die Frage, wie Vorurteil und Selbstbild zusammenhängen und wie eine Gemeinschaft durch Wegsehen und Anpassung an einer Tragödie mitwirkt.

Aufbau und Stil

Das Stück gliedert sich in zwölf Bilder, zwischen denen sogenannte Zeugenaussagen stehen, in denen Figuren später Rechenschaft über ihr Verhalten ablegen. Diese Bauform unterbricht die fortlaufende Handlung immer wieder und macht die Geschichte gewissermaßen von ihrem Ende her lesbar. Die Sprache ist knapp und pointiert, oft nah am Alltagston, wodurch die Mechanismen von Ausgrenzung besonders deutlich hervortreten. Andorra selbst bleibt geografisch unbestimmt und wirkt dadurch wie ein allgemeines Modell für Vorurteil und Konformität.

Für wen

Das Stück eignet sich für Leserinnen und Leser, die sich für gesellschaftskritisches Theater und für Schweizer Literatur interessieren. Besonders geeignet ist es für den Schulunterricht, da es Fragen von Identität, Vorurteil und Mitläufertum eindringlich und diskussionsfähig aufbereitet.

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