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Der Sound der Väter – Gottfried Benn und seine Zeit

Der Sound der Väter

Literaturwissenschaftliche Biografie

Helmut Lethen

Rowohlt Berlin, 2006 · Hardcover, 320 Seiten · ISBN 3-87134-544-X

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Worum es geht

Helmut Lethen widmet sich dem Dichter Gottfried Benn und der Epoche, aus der dessen Werk hervorging. Im Zentrum steht ein Mann, der sich zeitlebens als unnahbar inszenierte und gerade dadurch Faszination erzeugte. Lethen fragt, was diesen Autor prägte, der 1912 zur schillernden Figur des Expressionismus wurde, in Berlin eine Praxis für Haut- und Geschlechtskrankheiten betrieb, sich 1933 vorübergehend zum nationalsozialistischen Staat bekannte und mit seinem Ton die deutsche Literatur nach dem Krieg beeinflusste. Neben Benn treten Zeitgenossen wie Carl Schmitt, Ernst Jünger und Carl Einstein auf, durch die sich ein Netz aus Wissenschaft, Literatur und Politik entfaltet. So entsteht das Bild einer Epoche, die zwischen Aufbruch und Verstörung changiert.

Aufbau und Stil

Lethen nähert sich seinem Gegenstand nicht als lineare Biografie, sondern als Geflecht von Themen und Beziehungen. Er verknüpft Werkbetrachtung mit Zeit- und Ideengeschichte und lässt Benns Umfeld aus Denkern und Schriftstellern mitsprechen. Der Ton bleibt analytisch und zugleich anschaulich, sodass komplexe geistesgeschichtliche Zusammenhänge nachvollziehbar werden. Zitate und Situationen aus Benns Leben dienen als Ausgangspunkte, von denen aus Lethen größere Linien der Epoche entwickelt.

Für wen

Das Buch eignet sich für alle, die sich für Gottfried Benn, den Expressionismus und die deutsche Lyrik des 20. Jahrhunderts interessieren. Auch Leserinnen und Leser, die sich allgemein mit der Geistesgeschichte der Weimarer Republik und ihrer Nachwirkungen beschäftigen möchten, finden hier reichen Stoff.

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