Deutscher Nachkriegsroman
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Worum es geht
Ein Junge von fünfzehn Jahren begegnet in einer deutschen Stadt einer deutlich älteren Frau, die als Schaffnerin arbeitet. Aus einer flüchtigen Hilfe wird eine heimliche, intensive Beziehung, in der das Vorlesen aus Büchern eine seltsam wichtige Rolle spielt. Die Frau bleibt reizbar und verschlossen, sie trägt ein Geheimnis mit sich, das sie mit aller Kraft verbirgt. Dann verschwindet sie plötzlich. Erst Jahre später begegnen sich beide wieder, unter Umständen, die alles verändern. Der junge Mann, inzwischen Jurastudent, sitzt als Zuschauer in einem Prozess, in dem sie sich für Taten während der Zeit des Nationalsozialismus verantworten muss. Damit verbindet der Roman eine ungewöhnliche Liebesgeschichte mit der Frage nach Schuld, Verdrängung und dem Umgang der jüngeren Generation mit der deutschen Vergangenheit.
Aufbau und Stil
Erzählt wird rückblickend aus der Perspektive des Mannes, der die Ereignisse seiner Jugend und die spätere Wiederbegegnung reflektiert. Die Sprache ist klar und zurückhaltend, fast nüchtern, was den emotional aufgeladenen Stoff eher verstärkt als abschwächt. Der Roman gliedert sich in mehrere Abschnitte, die den zeitlichen Bogen von der ersten Begegnung über den Gerichtssaal bis in die Gegenwart des Erzählers spannen. Die fast kriminalistische Erzählweise, mit der ein Geheimnis Stück für Stück freigelegt wird, verbindet sich mit einer nachdenklichen, oft melancholischen Grundhaltung.
Für wen
Der Roman eignet sich für Leserinnen und Leser, die sich für die literarische Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte interessieren, ebenso wie für alle, die eine ungewöhnliche, komplizierte Liebesgeschichte suchen. Er wird häufig als Schullektüre eingesetzt und passt gut zu Jugendlichen und Erwachsenen, die sich mit Themen wie Schuld, Erinnerung und den Nachwirkungen des Nationalsozialismus auseinandersetzen möchten.
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