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Gesang der Fledermäuse – Roman

Gesang der Fledermäuse

Literarischer Kriminalroman

Olga Tokarczuk

Kampa Verlag, 2020 · Taschenbuch, 320 Seiten · ISBN 978-3-311-15003-9

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Worum es geht

In einem abgelegenen polnischen Bergdorf an der tschechischen Grenze lebt Janina Duszejko, eine exzentrische ältere Dame. Sie studiert Astrologie und liebt die Gedichte William Blakes. Sie fühlt sich Tieren näher als den meisten Menschen und beobachtet mit wachem Blick, wie die Natur um sie herum ausgebeutet wird. Als ihr Nachbar Bigfoot tot aufgefunden wird, erstickt an einem Rehknochen, beginnt eine Serie rätselhafter Todesfälle. Janina ist überzeugt, dass die Tiere sich rächen. Sie ermittelt auf eigene Faust. Der Roman verbindet Krimi-Elemente mit philosophischen Reflexionen über Menschlichkeit, Tierethik und den Umgang mit Außenseitern.

Aufbau und Stil

Tokarczuk webt eine vielschichtige Erzählung. Sie oszilliert zwischen Kriminalgeschichte, Fabel und Essay. Janinas Perspektive ist subjektiv, fast märchenhaft. Ihre Beobachtungen sind jedoch scharf und oft bitter. Die Sprache ist poetisch, aber nie verspielt. Sie spiegelt Janinas Liebe zu Blakes Lyrik und ihre eigenwillige Weltsicht. Der Roman verzichtet auf klassische Spannungsbögen. Stattdessen entsteht eine Atmosphäre zwischen Melancholie und schwarzem Humor.

Für wen

Gesang der Fledermäuse spricht Leserinnen und Leser an, die literarische Krimis mit Tiefgang schätzen. Wer sich für Tierethik, Naturphilosophie oder die Frage interessiert, wie Gesellschaft mit Randfiguren umgeht, findet hier eine ungewöhnliche, berührende Lektüre. Auch wer Tokarczuks übrige Romane mag, wird ihre erzählerische Kraft hier wiedererkennen.

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