Deutsche Geschichte, Gegenwartsliteratur
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Worum es geht
Ein Haus an einem brandenburgischen See ist der stille Zeuge eines ganzen Jahrhunderts deutscher Geschichte. Verschiedene Bewohnerinnen und Bewohner ziehen ein und aus, geprägt von den Umwälzungen der Weimarer Republik, des Dritten Reichs, des Zweiten Weltkriegs, der DDR und der Wende. Jenny Erpenbeck erzählt fünfzehn Lebensgeschichten, die sich um dieses eine Grundstück ranken und so exemplarisch für Verlust, Vertreibung, Anpassung und Neuanfang stehen.
Aufbau und Stil
Der Roman ist episodisch aufgebaut: Jede Figur erhält ein eigenes Kapitel mit eigenem Ton und eigener erzählerischer Form, wodurch sich die Sprache je nach Schicksal wandelt – mal nüchtern, mal poetisch verdichtet. Zwischen den menschlichen Geschichten tauchen immer wieder Passagen über den Gärtner auf, der als ruhender Gegenpol die Konstanz des Ortes verkörpert. Diese Bauweise erinnert an Erpenbecks Erzählweise in Aller Tage Abend
, wo ebenfalls verschiedene Lebenslinien kunstvoll ineinandergreifen.
Für wen
Das Buch eignet sich für alle, die sich für die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts interessieren und literarisch anspruchsvolle, formal experimentierfreudige Erzählungen schätzen. Auch im Deutschunterricht der Oberstufe, etwa zur Abiturvorbereitung, wird der Roman häufig gelesen und besprochen.
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