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Mittagsstunde – Roman

Mittagsstunde

Zeitgenössischer deutscher Familienroman

Dörte Hansen

Penguin, 2021 · Taschenbuch, 336 Seiten · ISBN 978-3-328-10634-0

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Worum es geht

Mittagsstunde erzählt von Ingwer Feddersen, der mit siebenundvierzig Jahren in sein norddeutsches Heimatdorf zurückkehrt. Dort führt sein Großvater Sönke noch immer den alten Dorfkrug, während Großmutter Ella zunehmend ihre Erinnerungen verliert. Ingwer hat in diesem Dorf etwas gutzumachen, denn er war einst zum Studium nach Kiel gegangen und hatte die beiden Alten mit dem Gasthof zurückgelassen. Im Zentrum steht der langsame Niedergang eines bäuerlichen Lebensraums, der in den siebziger Jahren mit der Flurbereinigung begann. Hecken verschwanden, Vögel blieben aus, kleine Höfe wichen den großen. Dörte Hansen verbindet damit Themen wie Heimat, Verlust und die Frage, was von einer Lebensform bleibt, wenn sie sich unwiederbringlich verändert.

Aufbau und Stil

Der Roman bewegt sich zwischen zwei Zeitebenen, der Gegenwart von Ingwers Rückkehr und der Vergangenheit des Dorfes seit den siebziger Jahren. Dadurch entsteht ein Bild davon, wie allmählich sich Wandel vollzieht und wie viel dabei verloren geht. Dörte Hansen schreibt mit großer Wärme und genauem Blick für Landschaft und Menschen, ohne dabei ins Sentimentale abzurutschen. Ihre Sprache ist bildhaft und schnörkellos zugleich, sie lässt dörfliche Eigenheiten und Redeweisen anklingen, ohne sie zu karikieren.

Für wen

Dieses Buch eignet sich für Leserinnen und Leser, die sich für ländliches Leben und dessen Wandel interessieren. Auch wer Familiengeschichten mit gesellschaftlichem Hintergrund schätzt, findet hier viel Stoff. Nach Altes Land dürfte der Roman besonders jene ansprechen, die Dörte Hansens Erzählweise bereits kennen und mögen.

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