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Der alte König in seinem Exil

Der alte König in seinem Exil

Autobiografische Erzählung über Demenz

Arno Geiger

dtv Verlagsgesellschaft, 2012 · Taschenbuch, 192 Seiten · ISBN 978-3-423-14154-3

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Worum es geht

In diesem Buch nähert sich Arno Geiger seinem Vater an, der im Alter an Alzheimer erkrankt. Was zunächst nach einer traurigen Geschichte klingt, entpuppt sich als etwas ganz anderes, der Vater verliert zwar Erinnerungen an sein Haus, seine Vergangenheit und teils sogar an seine Kinder, bleibt dabei aber überraschend präsent, witzig und von einer eigenen Würde geprägt. Geiger beschreibt, wie sich zwischen ihm und seinem Vater über Jahre hinweg eine neue, zweite Freundschaft entwickelt. Im Zentrum steht die Frage, was ein Leben eigentlich lebenswert macht, auch und gerade dann, wenn Gedächtnis und Vernunft sich verabschieden. Themen wie Familie, Heimat und die Beziehung zwischen den Generationen ziehen sich durch das gesamte Buch.

Aufbau und Stil

Erzählt wird in kurzen, oft anekdotischen Abschnitten, die eher Momentaufnahmen als eine stringente Handlung liefern. Diese lose Form passt zum Thema, so wie die Erinnerung des Vaters in Bruchstücken existiert, setzt sich auch der Text aus einzelnen Szenen und Beobachtungen zusammen. Die Sprache ist klar, unprätentiös und oft von leisem Humor getragen, ohne die Schwere des Themas zu verharmlosen. Autobiografisches und Reflexion verbinden sich zu einer Mischung aus persönlicher Erzählung und leiser Zeitzeugenschaft eines Dorfes und einer Familie.

Für wen

Besonders geeignet ist das Buch für Leserinnen und Leser, die sich mit Alter, Krankheit und Familienbeziehungen auseinandersetzen möchten, ohne dabei auf reine Betroffenheitsliteratur zu stoßen – auch wer Freude an klug beobachteten, warmherzigen Erzählungen über das Leben hat, wird hier fündig.

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