Migration und Integration – autobiografischer Bericht
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Worum es geht
In diesem Buch erzählt Tahsim Durgun von seiner Kindheit in einer kurdisch-deutschen Familie, in der er schon als Grundschulkind zum Übersetzer und Vermittler seiner Mutter wurde. Er entziffert Abschiebebescheide, begleitet sie zu Arztterminen und liest ihr Kataloge vor – Aufgaben, die eigentlich nicht in Kinderhände gehören. Damit steht er stellvertretend für viele junge Menschen mit Migrationsgeschichte, die früh Verantwortung für ihre Eltern übernehmen müssen und gleichzeitig versuchen, sich in einer Gesellschaft zurechtzufinden, die ihnen nicht immer wohlgesonnen ist. Zwischen Hauptschulempfehlung trotz guter Noten und fehlenden Reisedokumenten wird deutlich, wie ungleich Chancen verteilt sind. Zugleich ist das Buch eine Hommage an die Mutter und ihre stille Leistung, die von der deutschen Gesellschaft kaum wahrgenommen wird.
Aufbau und Stil
Durgun schildert seine Geschichte in einem persönlichen, unmittelbaren Ton, der zwischen bitterem Witz und poetischer Zuspitzung wechselt. Die Bürokratie bekommt dabei ordentlich ihr Fett weg, ohne dass der Text ins Larmoyante abgleitet. Einzelne Episoden aus dem Familienalltag setzen sich zu einem größeren Bild postmigrantischer Lebenswirklichkeit zusammen, sodass private Erinnerung und gesellschaftliche Beobachtung eng verzahnt sind.
Für wen
Besonders geeignet ist das Buch für Leserinnen und Leser, die sich für Migration, Rassismuserfahrungen und postmigrantische Identität in Deutschland interessieren. Auch wer eigene Kindheitserfahrungen mit familiärer Verantwortung und behördlichem Klein-Klein teilt, dürfte sich hier wiederfinden. Ebenso lohnt sich die Lektüre für alle, die deutsche Verwaltungsrealität einmal aus einer ungewohnten Perspektive betrachten möchten.
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