Familiensaga aus Marokko
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Worum es geht
Leïla Slimani erzählt von Mathilde, einer jungen Elsässerin, die sich am Ende des Zweiten Weltkriegs in den marokkanischen Offizier Amine Belhaj verliebt. Das Paar heiratet und siedelt sich auf einem Hof in der Nähe von Meknès an, am Fuß des Atlas-Gebirges. Während Amine dem trockenen Boden mühsam etwas abringt, kümmert sich Mathilde um die Kinder und muss zugleich lernen, in einer fremden Gesellschaft zu bestehen. Sie erlebt den alltäglichen Rassismus der französischen Kolonialherrschaft, in der eine Ehe zwischen einer Französin und einem Araber auf Ablehnung stößt, und stößt auf patriarchale Strukturen, die auch ihren eigenen Mann prägen. Trotz aller Widerstände gibt Mathilde nicht auf und behauptet sich in einem Land, das ihr fremd bleibt.
Aufbau und Stil
Der Roman folgt einer klassischen Erzählweise, die die persönliche Geschichte einer Familie mit den großen politischen Umbrüchen Marokkos verbindet. Slimani wechselt zwischen den Perspektiven der Familienmitglieder und lässt so unterschiedliche Sichtweisen auf Kolonialismus, Ehe und Zugehörigkeit entstehen. Die Sprache ist klar und bildhaft, ohne auf bequeme Lösungen zu drängen, und schafft eine dichte Atmosphäre zwischen Sehnsucht und Entfremdung.
Für wen
Dieses Buch eignet sich für Leserinnen und Leser, die sich für Familiengeschichten mit politischem Hintergrund interessieren. Wer sich mit Themen wie Kolonialismus, kultureller Zugehörigkeit und der Rolle von Frauen in patriarchalen Gesellschaften beschäftigen möchte, findet hier reichlich Stoff. Auch Fans französischer Gegenwartsliteratur werden an diesem Roman ihre Freude haben.
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