Österreichischer Gegenwartsroman
Aktuelle Angebote bei booklooker
Worum es geht
Die Handlung spielt im August 1989 in der österreichischen Kleinstadt Dunkelblum, direkt an der Grenze zu Ungarn. Ein fremder Besucher taucht auf, eine junge Frau verschwindet spurlos, und ein Skelett kommt zum Vorschein. Gleichzeitig sammeln sich hinter der nahen Grenze Hunderte DDR-Flüchtlinge, die auf ihre Ausreise hoffen. Diese Ereignisse bringen die Bewohnerinnen und Bewohner dazu, sich an ein lange verdrängtes Verbrechen aus der Vergangenheit zu erinnern. Eva Menasse erzählt vom Umgang einer Gemeinschaft mit historischer Schuld und davon, wie mühsam sich Wahrheit rekonstruieren lässt, wenn Beteiligte tot sind, lügen oder sich lieber nicht erinnern wollen.
Aufbau und Stil
Der Roman entfaltet ein breites Geschichtspanorama, das sich aus vielen einzelnen Perspektiven zusammensetzt. Statt einer einzigen Erzählinstanz kommen zahlreiche Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner sowie Außenstehende zu Wort, wodurch sich das Bild der Stadt und ihrer Vergangenheit Stück für Stück zusammenfügt. Der Ton wechselt zwischen Witz und Spannung, was der schweren Thematik eine unerwartete Leichtigkeit verleiht, ohne sie zu verharmlosen. Die Sprache ist genau beobachtend und dabei erzählerisch dicht, mit einem feinen Gespür für Ironie im Umgang mit Verdrängung und kollektivem Schweigen.
Für wen
Das Buch eignet sich für Leserinnen und Leser, die sich für österreichische Geschichte und deren Nachwirkungen interessieren. Auch wer vielstimmige Gesellschaftsromane mit historischem Tiefgang schätzt, findet hier passenden Lesestoff. Geeignet ist der Roman zudem für alle, die sich mit Fragen von Schuld, Erinnerung und dörflicher Mentalität auseinandersetzen möchten.
Weitere Bücher entdecken: Alle Buchvorstellungen