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Atemschaukel – Roman

Atemschaukel

Deutschsprachige Gegenwartsliteratur

Herta Müller

Hanser, Carl, 2009 · Hardcover, 304 Seiten · ISBN 978-3-446-23391-1

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Worum es geht

Atemschaukel erzählt vom jungen Leopold Auberg, der in der Nacht zum 15. Januar 1945 abgeholt und in ein sowjetisches Arbeitslager deportiert wird. Als Angehöriger der deutschen Minderheit in Siebenbürgen steht er stellvertretend für ein ganzes Kapitel europäischer Geschichte: die Verschleppung Rumäniendeutscher unter Stalin nach Kriegsende. Im Zentrum stehen Hunger, Kälte, Erschöpfung und die ständige Nähe des Todes, aber auch die stille Beharrlichkeit, mit der ein Mensch unter solchen Umständen sein Innenleben und seine Würde zu bewahren versucht. Es geht um Verlust, Fremdheit im eigenen Körper und die lebenslange Prägung durch das Erlebte.

Aufbau und Stil

Der Roman folgt der Ich-Perspektive Leopolds und verdichtet dessen Erinnerungen zu kurzen, oft bildhaft-poetischen Kapiteln statt zu einer glatten, chronologischen Erzählung. Die Sprache ist von großer sinnlicher Genauigkeit geprägt, entwickelt eigene Begriffe für Hunger, Kälte und Lagerarbeit und nähert sich dem Grauen über Metaphern und eine fast lyrische Verdichtung an. Grundlage waren Gespräche mit dem Lyriker Oskar Pastior und weiteren Überlebenden, deren Erfahrungen literarisch verarbeitet wurden.

Für wen

Geeignet für alle, die sich für deutschsprachige Gegenwartsliteratur, für die Geschichte Rumäniens und Siebenbürgens sowie für literarische Auseinandersetzungen mit Krieg, Lager und Erinnerung interessieren.

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