Autobiografischer Essay
Aktuelle Angebote bei booklooker
Worum es geht
Lukas Bärfuss erzählt vom Leben seiner Mutter, die in einer kleinen Schweizer Stadt ohne Geld, ohne Bildung und ohne Aussicht auf ein anderes Leben lebte. Männer kommen und gehen, feste Verhältnisse gibt es keine, Zärtlichkeit ist so knapp wie Geld. Die Mutter nennt sich selbst eine Rabenmutter, ihr Sohn landet früh auf der Straße. Im Alter bleibt ihr nur die Auswanderung in die Dominikanische Republik, weil sie sich das Altern in der reichen Schweiz nicht leisten kann. Aus der Rückschau fragt der Autor, wo persönliche Schuld endet und gesellschaftliche Verantwortung beginnt.
Aufbau und Stil
Der Essay verzichtet auf chronologische Vollständigkeit und nähert sich der Mutter in knappen, klar gesetzten Szenen und Reflexionen. Bärfuss verbindet persönliche Erinnerung mit einer nüchternen, fast analytischen Sprache, die private Not und gesellschaftliche Verhältnisse zusammendenkt. Nach seinem Buch über den Vater, Vaters Kiste
, bildet dieser schmale Band das Gegenstück und richtet den Blick auf die andere Seite der Familie.
Für wen
Geeignet für Leserinnen und Leser, die autobiografische Literatur schätzen, wie sie auch Annie Ernaux oder Edouard Louis geschrieben haben, und die sich für Fragen von Armut, Herkunft und Mutter-Kind-Beziehungen interessieren.
Weitere Bücher entdecken: Alle Buchvorstellungen