Gesellschaftsroman der Weimarer Republik
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Worum es geht
Berlin in der Weimarer Republik ist das Labor der Moderne. Doris, achtzehn, ist mittendrin. Sie will kein graues Büro mehr, sondern Glanz – als Star, als Frau, die sich nimmt, was sie will. Also flieht sie aus der Provinz in die Großstadt, wo sie sich durch Bars, Tanzsäle und Männerarme laviert. Die Herren sind charmant, die Nächte lang. Doch die Affären sind kurzlebig, und der erträumte Glanz bleibt schwer zu greifen. Keuns Roman ist eine rasante Tour durch die Verheißungen und Fallstricke der Emanzipation, zwischen Selbstbehauptung und Selbstbetrug, zwischen scharfem Witz und stiller Verzweiflung.
Aufbau und Stil
Keun lässt Doris selbst erzählen. Die Sprache ist direkt, manchmal derb, immer bildhaft, ein Mix aus Berliner Schnauze und literarischer Präzision. Die Kapitel sind kurz, fast wie Momentaufnahmen, und folgen Doris’ Launen und Zufällen. Satire und Melancholie wechseln sich ab, ohne dass die Erzählung je ins Schwere kippt. Der Ton bleibt leicht, auch wenn die Themen es nicht sind.
Für wen
Wer Frauenliteratur jenseits von Kitsch sucht, ist hier richtig. Leserinnen und Leser, die Gesellschaftskritik mit Humor mögen, werden Doris’ Abenteuer lieben. Und alle, die Klassiker nicht als verstaubt, sondern als lebendig erleben wollen. Denn Keuns Berlin fühlt sich näher an als manches heutige Großstadtporträt.
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