Autobiografischer Familienroman
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Worum es geht
Marion Brasch erzählt in Ab jetzt ist Ruhe
die Geschichte ihrer Familie, die eng mit der DDR verknüpft ist. Im Mittelpunkt steht das Leben zwischen Anpassung und Widerstand, zwischen staatlicher Kontrolle und künstlerischer Freiheit. Ihr Vater war ein hoher Kulturfunktionär, ihre Brüder – darunter der bekannte Schriftsteller Thomas Brasch – prägten als kritische Stimmen die literarische und theatrale Szene. Der Roman verbindet persönliche Erinnerungen mit politischen Umbrüchen, zeigt die Widersprüche des Systems und die Folgen für diejenigen, die sich ihm widersetzten oder ihm dienten. Es geht um Flucht, Verrat, Loyalität und die Frage, wie eine Familie in einem untergegangenen Land überlebt.
Aufbau und Stil
Der Roman ist keine klassische Chronik, sondern eine Folge von Szenen und Erinnerungen, erzählt aus der Sicht der jüngsten Schwester. Die Sprache ist direkt, manchmal schnoddrig, aber immer präzise – sie vermeidet Pathos, auch wenn die Themen schwer wiegen. Humor und Melancholie wechseln sich ab, ohne dass die Autorin die Ernsthaftigkeit der Ereignisse verwässert. Die Erzählweise wirkt wie ein Gespräch, das mal ins Private abdriftet, mal grundsätzliche Fragen stellt. Das Nachwort von Alexander Osang rahmt die Geschichte ein.
Für wen
Ab jetzt ist Ruhe
spricht Leserinnen und Leser an, die sich für ostdeutsche Geschichte interessieren, ohne trockene Geschichtsstunden zu erwarten. Wer Familienromane mag, die mehr sind als bloße Anekdotensammlungen, findet hier eine Mischung aus persönlichem Schicksal und politischem Gewicht. Auch für Literaturbegeisterte lohnt sich das Buch, denn es zeigt, wie Kunst und System kollidieren – und wie beides das Leben einer Familie prägt. Wer leichte Unterhaltung sucht, sollte allerdings woanders schauen.
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