Autobiografie eines deutschen Intellektuellen
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Worum es geht
Helmut Lethen erzählt in diesen Erinnerungen von einem Leben, das eng mit der Geschichte der Bundesrepublik verwoben ist. Es beginnt mit der Angst vor Bomben in der Kindheit während des Zweiten Weltkriegs und führt über den Schock, den der Film Nacht und Nebel
von Alain Resnais bei ihm als Achtzehnjährigem auslöst, als er zum ersten Mal wirklich mit dem Holocaust konfrontiert wird. Der Umzug vom biederen Bonn ins freiere Amsterdam markiert für ihn eine Befreiung. In Berlin gerät er mitten hinein in die Studentenrevolte, demonstriert gegen den Schah-Besuch und engagiert sich für ein Kinderkrankenhaus in Kreuzberg. Eine maoistische K-Gruppe wirft ihm später Versöhnlertum vor, und der Radikalenerlass bringt ihm ein Berufsverbot ein, das sich unerwartet als Chance erweist. So entsteht in den Niederlanden Verhaltenslehren der Kälte
, sein bekanntes Werk über das Verhältnis von Geist und Politik im 20. Jahrhundert.
Aufbau und Stil
Der Text folgt chronologisch den Lebensstationen und verbindet persönliche Erfahrungen mit den großen politischen und intellektuellen Debatten mehrerer Jahrzehnte. Weggefährtinnen und Weggefährten sowie Denker wie Adorno und Enzensberger tauchen als prägende Figuren auf. Lethen schreibt reflektiert und genau beobachtend, ohne die eigene Biographie von der Zeitgeschichte zu trennen.
Für wen
Dieses Buch eignet sich für Leserinnen und Leser, die sich für deutsche Nachkriegsgeschichte, die Studentenbewegung und intellektuelle Debatten der Bundesrepublik interessieren. Auch wer sich mit Kulturwissenschaft, politischer Ideengeschichte oder autobiographischem Erzählen beschäftigt, findet hier viel Stoff.
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