Autofiktionaler Gegenwartsroman
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Worum es geht
Im Zentrum steht eine Erzählfigur, die sich weder als Mann noch als Frau begreift und dem engen Schweizer Vorort ihrer Kindheit nach Zürich entkommen ist. Als die Großmutter an Demenz erkrankt, beginnt eine Spurensuche in der eigenen Familie. Es geht um lückenhafte Kindheitserinnerungen, um die Verstrickung der Großmutter mit ihrer früh verstorbenen Schwester und um das Verschwinden einer Großtante. Die Erzählfigur durchbricht das Schweigen der Frauen in der Familie und sucht nach der verlorenen weiblichen Linie. Verhandelt werden dabei Geschlecht, Herkunft, Klassenzugehörigkeit und die Frage, wie viel Vergangenheit man ungewollt in sich trägt.
Aufbau und Stil
Der Roman verweigert sich einer geradlinigen Familiengeschichte und arbeitet stattdessen mit einer fließenden, assoziativen Erzählweise. Verschiedene Zeitebenen und Sprachformen greifen ineinander, das Schreiben öffnet sich für andere Formen von Wissen und Überlieferung, statt sie festzulegen. Sprachlich zeigt sich das Buch experimentell und beweglich.
Für wen
Geeignet für Leserinnen und Leser, die sich für Identitätssuche, nichtbinäre Lebensentwürfe und die Aufarbeitung von Familiengeschichte interessieren. Auch wer offene, formal ungewöhnliche Erzählweisen mag, findet hier reichlich Stoff. Das Buch wurde 2022 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet und für den Schweizer Buchpreis nominiert.
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