Autobiografie einer Schauspielerin
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Worum es geht
Lassen Sie mich in Ruhe
ist das autobiografische Porträt einer Frau, die sich zeitlebens gegen Schubladen und Konventionen gewehrt hat. Erni Mangold blickt auf neun Jahrzehnte zurück. In diesen war sie als Schauspielerin auf Theaterbühnen, im Film und im Fernsehen präsent und behielt dabei stets ihren eigenen Kopf. Sie erzählt von Begegnungen mit Größen wie Gustaf Gründgens, Rainer Werner Fassbinder oder Werner Schwab, von ihrem Widerstand gegen veraltete Rollenbilder und von der Lust, sich nichts vorschreiben zu lassen. Im Mittelpunkt stehen ihre ungebrochene Neugier, ihr Humor und die Frage, wie man sich auch im hohen Alter geistige und körperliche Beweglichkeit bewahrt. Es geht um Erfolg, Ungeduld, Wut und die Freiheit, einfach Nein
zu sagen.
Aufbau und Stil
Das Buch ist eine Mischung aus Erinnerungen, Reflexionen und praktischen Lebensweisheiten. Doris Priesching hat sie im Gespräch mit Erni Mangold zusammengetragen. Die Kapitel sind locker an Themen wie Theater, Film, Alter oder Feminismus angelehnt, ohne strenge Chronologie. Mangolds Erzählton ist direkt, schnoddrig und voller Esprit. Mal wütend, mal selbstironisch, immer aber mit einer klaren Haltung. Die Sprache ist ungekünstelt, manchmal derb, aber nie langatmig. Fotos und Verzeichnisse ihrer Rollen und Auszeichnungen ergänzen den Text, ohne ihn zu überfrachten.
Für wen
Lassen Sie mich in Ruhe
spricht Leserinnen und Leser an, die sich für unangepasste Lebensläufe interessieren – besonders im künstlerischen Milieu. Wer wissen will, wie man mit 90 noch auf der Bühne steht, findet hier keine trockenen Ratschläge. Er findet lebendige Geschichten. Auch Theater- und Filmfans kommen auf ihre Kosten, ebenso wie alle, die sich für feministische Perspektiven oder die österreichische Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts begeistern. Kurz, für alle, die eine Stimme schätzen, die sich nicht mundtot machen lässt.
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