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Autorin: Marlen Haushofer

Zur Person

Marlen Haushofer, geboren 1920 als Marie Helene Frauendorfer, war eine österreichische Schriftstellerin. Sie studierte Germanistik in Wien und Graz, ohne das Studium abzuschließen, und veröffentlichte ab 1946 zunächst kleinere Erzählungen in Zeitungen und Zeitschriften. Ein erster literarischer Erfolg gelang ihr 1952 mit der Novelle Das fünfte Jahr. Gefördert wurde sie dabei vor allem von Hans Weigel und Hermann Hakel. Haushofer starb 1970 in Wien an den Folgen einer Krebserkrankung, wenige Wochen vor ihrem 50. Geburtstag.

Werk

Im Zentrum von Haushofers Schaffen steht die Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau in einer von Männern geprägten Gesellschaft, oft erzählt in nüchterner, genauer Sprache. Ihr bekanntestes Werk ist der 1963 erschienene Roman Die Wand, der das Leben einer Frau beschreibt, die nach einer rätselhaften Katastrophe isoliert im Wald überlebt und dort eine eigentümliche Idylle entwickelt. Auch der Roman Wir töten Stella gehört zu den zentralen Texten ihres Werks und wurde ebenso wie Die Wand verfilmt. Mit Die Mansarde schuf Haushofer einen weiteren Roman, der sich mit weiblicher Isolation und innerer Distanz zum eigenen Leben beschäftigt. Trotz früher Anerkennung geriet ihr Werk lange in Vergessenheit, lediglich ihre Kinderbücher bildeten davon eine für die Rezeption unbedeutende Ausnahme. Erst die Frauenbewegung und die feministische Literaturforschung erkannten allmählich die Bedeutung ihres Œuvres, was ab 1984 zu Neuauflagen ihrer Romane führte. Anlässlich ihres 100. Geburtstages und 50. Todestages 2020 wurde erneut über die Wahrnehmung ihres Werks als vermeintliche Frauenliteratur diskutiert. Ende 2023 erschien eine sechsbändige Werkausgabe mit Vorworten zeitgenössischer Autorinnen und Autoren, die 2024 Bestenlisten anführte und die anhaltende Relevanz ihres literarischen Werks bestätigte.

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