Zur Person
Péter Nádas wurde 1942 in Budapest geboren und starb 2026 in Gombosszeg. Er entstammte einer jüdischen Familie, die während der nationalsozialistischen Verfolgung unter falschem Namen lebte. Er studierte zunächst Chemie und wurde später mehrfach für sein literarisches Werk ausgezeichnet.
Werdegang
Bevor er zum Schreiben fand, arbeitete Nádas jahrelang als Fotograf und Fotoreporter. Die strengen, unausgesprochenen Vorgaben dieser Arbeit brachten ihn an seine Grenzen, die Literatur wurde ihm zum Ort des Rückzugs. 1965 veröffentlichte er seine erste Erzählung, danach erschienen zwei Sammelbände, bevor ein mehrjähriges Publikationsverbot folgte. Anfang der 1980er Jahre verbrachte er ein Jahr in West-Berlin.
Werk
Nádas' Werk kreist um Erinnerung, Körperlichkeit und die Brüchigkeit gesellschaftlicher Ordnung. Seine erste Erzählung Die Bibel
erschien 1965 in nüchternem, an Hemingway geschultem Ton und entlarvte die Lebenslügen der kommunistischen Elite. Mit dem monumentalen Buch der Erinnerung
, das Handlungsstränge zwischen der DDR, einem Ostseebad und dem ungarischen Volksaufstand von 1956 verschränkt, gelang ihm der internationale Durchbruch. Nach achtzehnjähriger Arbeit folgte 2005 der dreibändige Roman Parallelgeschichten
, der die Geschichte einer ungarischen und einer deutschen Familie durch das 20. Jahrhundert verfolgt und zu den bedeutendsten Werken der zeitgenössischen europäischen Literatur zählt. In einem Bericht verarbeitete er eine Nahtoderfahrung nach einem Herzinfarkt in Text und Fotografie. Poetologisch verstand er das Chaos als Ausgangspunkt seines Schreibens, dem er durch literarische Form Ordnung entgegenzusetzen suchte, ohne moralisch zu urteilen.
Beliebteste Bücher
-
Parallelgeschichten
-
Buch der Erinnerung
-
Der eigene Tod
-
Schauergeschichten
-
Aufleuchtende Details
-
Heimkehr
-
Von der himmlischen und der irdischen Liebe
-
Ende eines Familienromans
-
Schreiben als Beruf
-
Der Lebensläufer
-
Minotauros
-
Liebe
Weitere Autoren entdecken: Alle Steckbriefe