Zur Person
Tom Krebs, geboren 1965, ist ein deutscher Makroökonom und Professor an der Universität Mannheim. Als wissenschaftliches Mitglied der Mindestlohnkommission prägt er wirtschaftspolitische Debatten. Seine Laufbahn führte ihn von der Physik zur Ökonomie, mit Stationen an US-Universitäten und als Berater internationaler Institutionen wie dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank.
Werk
Krebs’ Forschung untersucht die Folgen von Wirtschaftskrisen für Wachstum, Ungleichheit und Lebensqualität. In seinem 2024 erschienenen Buch Fehldiagnose
kritisiert er die Dominanz marktliberaler Dogmen in Politik und Wissenschaft. Er wirft Ökonomen vor, an einem realitätsfremden Marktliberalismus
festzuhalten, der Wirtschaft und Gesellschaft schade – etwa durch ausbleibende Investitionen und soziale Spaltung. Anhand von Beispielen wie der Energiekrise 2022 zeigt er, wie zögerliche Politik und neoliberale Rezepte Krisen verlängern und rechtspopulistischen Tendenzen Vorschub leisten.
Thematisch verbindet Krebs ökonomische Analyse mit gesellschaftlicher Verantwortung. Seine Forderungen nach staatlichen Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Digitalisierung zielen auf eine faktenbasierte Wirtschaftspolitik. Fehldiagnose
löste kontroverse Debatten aus, da es etablierte Lehrmeinungen infrage stellt und die Rolle des Staates neu bewertet. Kritiker warfen ihm vor, wissenschaftliche Standards zu vernachlässigen, während Befürworter das Buch als überfällige Abrechnung mit neoliberalen Mythen lobten.
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