Zeitgeschichtlicher Roman
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Worum es geht
Im Zentrum des Romans steht Hanna Krause, die als Blumenbinderin beginnt und später Kranführerin in einem Schwermaschinenbaubetrieb in Magdeburg wird. Über ihr Leben spannt Annett Gröschner das gesamte 20. Jahrhundert auf, mit zwei Weltkriegen, zwei Diktaturen, zwei Revolutionen, einem Aufstand und wechselnden politischen Systemen von Kaiserreich bis Demokratie. Hanna bekommt sechs Kinder, von denen sie zwei nicht begraben kann, ein Verlust, der sie ihr Leben lang begleitet. Trotz aller Umbrüche bleibt sie eine Frau, die die Dinge nimmt, wie sie kommen, und für die Anständigkeit das wichtigste Prinzip darstellt. Der Roman erzählt damit nicht nur eine private Geschichte, sondern auch vom Ende des Industriezeitalters im Osten Deutschlands und von Frauen, deren Leben und Arbeit oft übersehen wurden.
Aufbau und Stil
Gröschner verdichtet ein ganzes Jahrhundert in ein einziges Leben und verbindet dabei große Geschichte mit dem Alltag einer einfachen Frau. Die Erzählweise bleibt nah an Hanna und ihrer Umgebung, geprägt von genauer Beobachtung und einer Sprache, die zwischen Nüchternheit und Poesie wechselt. Historische Ereignisse werden nicht abstrakt verhandelt, sondern durch die Perspektive einer Frau erfahrbar, die Geschichte im Wortsinn von oben, aus dem Kran, betrachtet.
Für wen
Das Buch eignet sich für Leserinnen und Leser, die sich für deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts aus einer ungewöhnlichen, weiblichen Perspektive interessieren. Besonders anregend ist es für alle, die sich mit dem Alltag in Ostdeutschland, mit Arbeitswelten des Industriezeitalters und mit dem Umgang gewöhnlicher Menschen mit politischen Umbrüchen beschäftigen möchten.
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